bauma Conexpo Africa 2018: Enttäuschte Erwartungen - Messebericht liegt vor

bCA, Messe München

In Südafrika herrscht mit dem neuen Präsidenten Ramaphosa Aufbruchstimmung. Das wirtschaftliche Potential zeigt nach oben. Die bauma Conexpo Africa 2018, die vom 13. bis 16. März 2018 in Johannesburg stattfand, konnte davon noch nicht profitieren. Die deutschen Aussteller waren nicht überzeugt, denn die perfekt organisierte Messe war deutlich zu ruhig. Der Messebericht liegt vor.

Großes Potential – zu wenige Besucher
Unter deutscher Flagge präsentierten sich 21 Unternehmen. Einer der Produktschwerpunkte hier war die Betontechnik. Darüber hinaus stellten einige große deutschen Unternehmen der Branche auf eigenen Firmenständen aus, wie die Wirtgen Group, Kaeser Kompressoren oder die Bauer Gruppe. Bis auf einzelne, waren die Aussteller über den Messeverlauf enttäuscht. Vor allem die Anzahl der Besucher und die Kontakte an ihren Messeständen bezeichneten sie mit „nicht ausreichend“ für eine Messe im Format einer bauma. Die Erwartungen an ihr Nachmessegeschäft bezeichneten sie als gering. Über die Gründe wurde viel spekuliert: Die Meinungen reichten von fehlenden Zugpferden unter den Ausstellern, zu wenig Bekanntheitsgrad der Messe, der noch immer schwierigen wirtschaftlichen Lage in der Region und vor allem den ihrer Meinung nach, einfach zu vielen Messen in der Region, wie beispielsweise in Kenia oder der auch noch in diesem Jahr stattfindenden Electra Mining, ebenfalls in Johannesburg.

Nichts tun ist auch keine Alternative
Die deutschen Aussteller lobten die perfekte Organisation der Messe München. Die Voraussetzungen seien hervorragend, um die bauma Conexpo Africa als führende Messe für Bau- und Baustoffmaschinen im Südlichen Afrika zu etablieren. Nichts zu machen, sei eben auch keine Alternative, so die Stimmen einiger Aussteller. Lieber gehe man in kleinen Schritten auf dem Markt voran als gar nicht präsent zu sein. Die Besucherzahl gaben die Veranstalter mit 14.167 an. Es stellten 454 Aussteller aus 34 Ländern aus, darunter viele in Länderpavillons. Die größten hatten die Chinesen organisiert, gefolgt von Indien. Die nächste bauma Conexpo Africa soll 2021 stattfinden.

Moderates Wachstum der Bauwirtschaft
Das wirtschaftliche Umfeld in der Region bleibt schwierig. Das Prognoseinstitut Timetric sieht in den nächsten 4 Jahren ein nur moderates Wachstum der südafrikanischen Bauwirtschaft. Grund dafür sind das schwache Wirtschaftswachstum und der schwache Rand. Firmen, die vor Ort tätig sind oder werden wollen, benötigen oftmals einen langen Atem. Der Bedarf an neuer Infrastruktur und Wohnraum ist aber immens, auch weil immer mehr Menschen in die Städte strömen. Bis 2019 will die Regierung deshalb unter anderem 1,6 Millionen Wohneinheiten für Menschen mit mittleren und unteren Einkommen finanzieren. Eine weitere gute Nachricht für deutsche Unternehmen: Laut Experten aus der Region entwickelt sich im Südlichen Afrika ein neues Qualitätsbewusstsein. Die Baufirmen suchten nicht mehr nur nach dem billigsten Anbieter, sondern legten zunehmend Wert auf Qualität, die sich bereits in der Praxis bewährt hätte.

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