Konjunkturbericht Mining 2019

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Deutsche Hersteller können weltweit mit Innovationen, Energieeffizienz und Umweltschutz punkten.

Deutschland und Europa
In Deutschland werden pro Jahr über 700 Mio. t Rohstoffe gewonnen, darunter viele Baurohstoffe wie Kies, Sand oder Natursteine sowie Braunkohle, Salz und Kali. Der Bergbauzuliefererbranche bringt es in diesem Jahr einen Inlandsumsatz von ca. 110 Mio. EUR. Der beschlossene Ausstieg aus der Braunkohleverstromung und die abnehmenden Möglichkeiten, weiterhin heimische Rohstoffe zu fördern – schwierige Raumplanung, Überplanung von Lagerstätten – lassen den inländischen Markt zukünftig zu einer Randerscheinung werden.

Besser sieht es in den europäischen Nachbarländern aus, in denen Rohstoffe der unterschiedlichsten Art gewonnen werden: Energierohstoffe und Kohle in Polen, England, Griechenland und auf dem Balkan; Erze in Schweden, Spanien oder Polen sowie zahlreiche weitere Minerale. Die Exportstatistik für die EU-28 zeigt einen schwankenden, aber im wesentlichen gleichförmigen Seitwärtsverlauf. Die Ausfuhr in diese mehr als zehn Länder der EU-28 erreichte bis August 2019 ein Volumen von 316,8 Mio. EUR (+4,5 %). Damit liegt dieser Wert auf einem Niveau wie 2007, 2013/14 oder 2016/17. Enthalten sind in diesen Zahlen auch die Ausfuhren von Tunnelbohrmaschinen für große Infrastrukturprojekte. In diesem Jahr gingen die entscheidenden Impulse von Frankreich und Großbritannien aus.

Die Rohstoffstrategie der EU macht diese Länder auch künftig als Absatzmarkt attraktiv. Allerdings dürfte wegen der starken internationalen Konkurrenz der Wettbewerb für deutsche Hersteller hart bleiben.

USA
US-Bergbau (noch) geprägt von der Kohle

Die Entwicklung des Bergbaus und somit der Exportchancen der Zulieferer war in den USA lange Zeit dominiert vom Kohlesektor. Doch die Vereinigten Staaten schwenken insgesamt in ihrer Energiepolitik um. Auch wenn die derzeitige Regierung diverse Anstrengungen unternimmt, den traditionell wichtigen Kohlebergbau in den USA wieder erstarken zu lassen, lässt sich augenblicklich das Niveau bestenfalls halten, aber nicht weiter steigern.

Für die deutschen Bergbaumaschinenzulieferer bringt dies einen temporären Lichtblick mit sich. Nachdem die Exporte in die USA 2015 um markante 22 % auf rund 149 Mio. EUR einbrachen, konnte sich der Absatz seither wieder etwas erholen. Nach einem kräftigen Sprung 2017 auf rund 230 Mio. EUR konnte sich 2018 der Export nochmals um 5 % auf rund 241 Mio. EUR steigern, auch dank der Fördermaßnahmen der US-Regierung.

Langfristig wird jedoch das Volumen der Kohleförderung dem abnehmenden Trend der Weltwirtschaft folgen. Schon heute geht die Bedeutung der Kohle als Energielieferant für Elektrizität kontinuierlich zurück. So reduzierte sich der US-Kohlebedarf für die Energiegewinnung in den letzten Jahren um rund 40 %.

Die Bergbauindustrie in den USA steht somit vor einem Wandel, der aufgrund der Größe der Branche und der traditionellen Bedeutung besonders wahrgenommen wird. So spielt der Bergbau in den USA auch sozialpolitisch immer noch eine wichtige Rolle. Die Arbeitsplätze sind begehrt aufgrund der attraktiven Löhne. So lag der durchschnittliche Lohn in den USA im Bergbausektor mit ca. 79 T USD rund 38 % über dem Durchschnittslohn der US-Industrie.

Auch wenn die US-Regierung augenblicklich vieles versucht, den Kohlesektor weiter zu stärken, wird dieser traditionelle Bereich nicht dauerhaft das Niveau halten können. Die Bergbauzulieferer sollten daher vorausschauend und vorsichtig agieren. Nachdem 2018 das Exportplus von 5 % Anlass zu leichtem Optimismus gab, wurde dieser bereits 2019 durch ein Exportminus von 19 % hinfällig.

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