Webkonferenz mit Buenaventura-CEO Victor Gobitz

Christoph Danner, VDMA

Nachdem die Bergbaureise nach Peru Ende März leider ausfallen musste, bot der VDMA Mining den angemeldeten Unternehmen am 17. April 2020 zusammen mit der AHK Peru eine Webkonferenz an, um die aktuelle Lage im peruanischen Bergbau einschätzen zu können.Mit Victor Gobitz konnten wir einen hochkarätigen und auskunftsfähigen Gesprächspartner gewinnen.

Gobitz ist CEO des größten peruanischen Bergbauunternehmens Compañía de Minas Buenaventura und darüber hinaus Präsident des Instituts der Peruanischen Bergbauingenieure (IIMP). Als solcher vertritt er die Industrie auch gegenüber der peruanischen Politik und konnte in der virtuellen Konferenz wertvolle Einblicke zur gegenwärtigen Lage geben.

Peru kann aus einer vergleichsweise starken Position Maßnahmen gegen das Coronavirus ergreifen. Die Devisenreserven entsprechen 30 Prozent des BIP, während die Staatsverschuldung bei nur 27 Prozent des BIP liegt. Somit kann das Land neben den vorhandenen Reserven auch neue Schulden zu günstigen Konditionen generieren und mit umfangreichen Paketen auf den wirtschaftlichen Einbruch reagieren. Aktuell hat die Regierung von Präsident Vizcarra ein Hilfspaket von zwölf Milliarden US-Dollar aufgelegt. Ökonomen gehen für 2020 von einem Rückgang der Wirtschaft von zweieinhalb Prozent aus, sehen für 2021 aber wieder ein Wachstum von über zwei Prozent.

Die peruanischen Bergwerke haben ihre Produktion eingestellt bzw. stark zurückgefahren. Entscheidend ist dabei die Nähe zu Ortschaften und das damit verbundenen Ansteckungsrisiko. Da einige Minen in den 1980er Jahren als Enklaven mit eigener Infrastruktur fernab von Städten und Dörfern entworfen wurden, konnte die Produktion an solchen Orten auch weiterlaufen. Allen Bergwerken ist gemein, dass sicherheitsrelevante Funktionen wie Rückhaltebecken oder die Abstützung von untertägigen Tunneln durchgehend ausgeführt wurden.

Für die Zulieferindustrie, so Gobitz, könnten sich durchaus Chancen aus der aktuellen Situation bieten. Wenngleich die peruanischen Minen ab dem 27. April in einem dreistufigen Plan innerhalb von 30 Tagen wieder hochgefahren werden sollen, wird die Produktion für 2020 ein erhebliches Minus aufweisen. Um die Umsatzverluste möglichst gering zu halten, arbeitet die Industrie auf höhere Effizienz in der Aufbereitungstechnik hin. Darüber hinaus sollen auch die Produktionszeiten im Tagebau von täglich 16 bis 18 Stunden und im Untertagebergbau von 12 bis 13 Stunden erhöht und die Produktivität der Minen so gesteigert werden.